Leistungen

  • Psychotherapeutische Sprechstunde: Erstgespräch zur diagnostischen Abklärung, ob ein Verdacht auf eine psychische Erkrankung vorliegt und ob eine Psychotherapie sinnvoll ist
  • Akutbehandlung: schnelle Intervention zur Besserung akuter psychischer Krisen
  • Kurz- und Langzeittherapien: Psychotherapeutische Behandlungen als Einzeltherapie für Erwachsene (Verhaltenstherapie, s.u.)
  • Behandlungen mit EMDR (Eye Movement Desensitization Reprocessing - auf Deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung) bei Traumafolgestörungen
  • Rezidivprophylaxe: Behandlung zur Vorbeugung bzw. Vermeidung von Rückfällen

Behandlungsschwerpunkte

  • Allgemeine psychische oder seelische Probleme
  • Affektive Störungen: z.B. Depressive Störung (Selbstwertprobleme, Antriebslosigkeit, Verlust von Freude oder Interesse an ehemals angenehmen Aktivitäten, sozialer Rückzug, Schlafstörungen etc. können Ausdruck einer depressiven Erkrankung sein, manche Betroffene erleben die Erkrankung auch als "Burnout") 
  • Traumafolgestörungen: als Reaktionen auf schwere Belastungen (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung, Akute Belastungsreaktion, dissoziative Störungen, komplizierte Trauer. Diese können z.B. auftreten nach Bedrohung von Leib und Leben der eigenen Person oder eines nahestehenden Menschen, Erleben von emotionalem, körperlichem, sexuellem Missbrauch in Kindheit/Jugend, Vergewaltigung, Gewalterfahrungen, schweren Unfällen, Kriegseinsätzen, nach der Diagnose einer schweren Erkrankung, Trennung vom Partner, Tod eines Kindes, des Partners oder eines nahen Angehörigen etc.) 
  • Anpassungsstörungen
  • Angststörungen: z.B. aus "heiterem Himmel" auftretende Panikattacken, einhergehend mit Todesangst, Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen etc; Agoraphobie - Angst, das Haus zu verlassen, einkaufen zu gehen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder sich in Menschenansammlungen zu begeben; Spezifische Phobien - Angst vor bestimmten Tieren, Höhenangst, Flugangst; soziale Ängste/Soziale Phobie - starke Selbstunsicherheit im Kontakt mit anderen, Angst zu erröten, sich zu blamieren, von anderen abgewertet zu werden; Prüfungsängste; generalisierte Angststörung - andauernde Sorge und Ängste bzgl. vieler verschiedener Themen und Situationen
  • Zwangsstörungen: in Form von aufdringlichen, unerwünschten "Zwangsgedanken", die immer wieder auftreten, auch wenn Sie dies nicht wollen bzw. in Form von "Zwangshandlungen", wie z.B. Wasch-, Kontroll-, Zählzwänge, die ausgeführt werden, um starke Angst, Anspannung oder Gefühle von Ekel zu reduzieren
  • Psychosomatische Erkrankungen: z.B. Somatisierungsstörung, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, d.h. anhaltende Schmerzen oder andere körperliche Beschwerden, wie pseudoneurologische Beschwerden oder Magen-Darm-Beschwerden, die medizinisch nicht erklärt werden können; Krankheitsängste/Hypochondrie, d.h. Angst, unter einer bestimmten Krankheit zu leiden und sich deshalb immer wieder ärztlich untersuchen zu lassen und Rückversicherungen einzuholen 
  • Essstörungen: z.B. Anorexia Nervosa - "Magersucht", Bulimia Nervosa - "Bulimie", Binge-Eating-Störung - "Essanfallsstörung" 
  • Schlafstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen: einhergehend mit anhaltenden und wiederkehrenden Störungen in zwischenmenschlichen Beziehungen, z.B. in Partnerschaften, familiären Beziehungen, Freundschaften, im Kontakt mit Arbeitskollegen etc. Diese Störungen sind für die Betroffenen meist so belastend, dass sie sich nicht verstanden, geliebt, wertgeschätzt oder anerkannt fühlen
  • Hilfe bei akuten Krisen

Sie können uns auch dann kontaktieren, wenn Sie unsicher sind, ob eine Psychotherapie Ihnen zur Linderung/Lösung Ihrer Beschwerden/Probleme helfen könnte. Wir besprechen dann gemeinsam, ob und inwieweit eine psychotherapeutische Behandlung in Ihrem individuellen Fall dazu geeignet sein könnte, Ihnen weiterzuhelfen.

Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Psychotherapie sind auf Patientenseite der Wunsch, etwas zu verändern und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Gefühlen und dem eigenen Erleben zu beschäftigen, sich darin unterstützen zu lassen und Neues auszuprobieren. 

Informationen über Psychotherapie

Der Begriff "Psychotherapeut/Psychotherapeutin" ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Nur Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit entsprechender Approbation (d.h. Abschluss einer 3-5-jährigen Postgraduierten Ausbildung nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium der Psychologie bzw. der (Sozial-)Pädagogik bei Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten) sowie bzw. Ärzte mit entsprechender Facharzt- bzw. Therapieausbildung dürfen diese Berufsbezeichnung führen (vgl. Psychotherapeutengesetz - PsychThG).

 

Psychotherapie ist eine besondere Heilkunde. Mit Hilfe von Psychotherapie können psychische Störungen von Krankheitswert festgestellt, geheilt bzw. gelindert werden. Psychische Störungen können heutzutage mittels geeigneter Verfahren objektiv und zuverlässig diagnostiziert werden. Wir wissen heute, dass psychische Störungen deutlich häufiger auftreten als allgemein bekannt ist. Nahezu jeder Dritte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung.  

 

Psychotherapie ist bei fast allen psychischen Erkrankungen wirksam. Dies wurde in zahlreichen Studien immer wieder belegt (vgl. z.B. BPtK, 2009 1). Dies ist auch der Grund dafür, dass gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten für psychotherapeutische Behandlungen bei psychischen Erkrankungen in der Regel übernehmen. Darüber hinaus haben Psychotherapien im Vergleich zu rein medikamentösen Behandlungen nachhaltigere Effekte. Psychotherapie ist insgesamt sogar wirksamer als die Behandlung vieler körperlicher Erkrankungen (vgl. Margraf, 2009 2). Außerdem zeigt sich, dass durch die Anwendung von Psychotherapie Arbeitsunfähigkeitszeiten und Frühverrentungen verringert werden können, die in hohem Maße auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. Durch die Anwendung von Psychotherapie werden somit volkswirtschaftlich gesehen mehr Kosten eingespart als durch diese verursacht werden (vgl. BPtK, 2013 3).  

 

In Deutschland sind derzeit vier Therapieverfahren wissenschaftlich anerkannt: Verhaltenstherapie, Analytische Psychotherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Systemische Psychotherapie. 

Im Rahmen der Verhaltenstherapie wird seit 2015 außerdem die Behandlung mit EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung) bei Posttraumatischen Belastungsstörungen von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt und finanziert.  

 

Literatur:

1) Bundespsychotherapeutenkammer (2009). Stellungnahme zur Prüfung der Richtlinienverfahren gemäß §§ 13 bis 15 der Psychotherapie-Richtlinie, Verhaltenstherapie.

Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer vom 10.11.2009; http://www.bptk.de/stellungnahmen. 

2) Margraf, J.(2009). Kosten und Nutzen der Psychotherapie. Berlin: Springer.

3) Bundespsychotherapeutenkammer (Hrsg.) (2013). 10 Tatsachen zur Psychotherapie. BPtK-Standpunkt. http://www.bptk.de/publikationen/bptk-standpunkt.html  

Verhaltenstherapie


Verhaltenstherapie ist ein von den Krankenkassen anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren. Therapeuten dieser Ausrichtung sehen das "Verhalten" eines Menschen als zentralen Ansatzpunkt für Veränderung. Ziel der kognitiven Verhaltenstherapie ist, Menschen bei der Veränderung problematischer Verhaltensweisen (damit können auch problematische Gedanken, Gefühle, physiologische und körperliche Reaktionen oder andere Verhaltensweisen gemeint sein) durch die Anwendung psychologischen Wissens und entsprechender Therapiemethoden zu unterstützen. In der Verhaltenstherapie werden insbesondere die Prinzipien menschlichen Lernens betont. Diese werden sowohl als ein zentraler Ausgangspunkt für problematische Entwicklungen innerhalb eines Lebens gesehen als auch als Ansatzpunkt für eine Heilung bzw. Linderung von Symptomen oder Beschwerden.

Verhaltenstherapie ist immer: 

  • problem- und zielorientiert
  • konzentriert auf Ursachen und Auslöser sowie aufrechterhaltende Faktoren eines psychischen Problems
  • transparent und handlungsorientiert
  • als Hilfe zur Selbsthilfe auf den Alltag übertragbar